Wir bei DRACOON teilen eine gemeinsame Leidenschaft: Wir möchten das bestmögliche Produkt bereitstellen, das sowohl technisch führend als auch genau auf die Bedürfnisse unserer Benutzer zugeschnitten ist. Auf dem Weg dorthin müssen wir nicht nur entscheiden, welche neuen Funktionen ergänzt werden sollen, sondern es entsteht regelmäßig die Situation, in der alte Features im Widerspruch zu einer Verbesserung von DRACOON stehen und nicht länger unterstützt werden können.

Wenn so ein Fall eintritt, werden wir oft von unseren Kunden gefragt, warum wir eine alte Funktion nicht behalten und weiter anbieten können. Der Grund hierfür ist meist, dass die Kosten für die Erhaltung zu groß sind. Kosten bezieht sich dabei fast ausschließlich auf nicht-monetäre Aufwände, die auch von unseren Kunden mitgetragen werden müssten. Immer dann, wenn wir uns dafür entscheiden, Funktionen aus dem Produkt zu entfernen, dann tun wir dies in der Überzeugung, dass es nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden in ihrer Gesamtheit das Beste ist.

Gründe für das Ende der Unterstützung von Funktionen

Im Folgenden gehen wir detailliert auf die verschiedenen Gründe ein, die dazu führen, dass bei unseren Kunden oder bei uns Aufwände entstehen und daher obsolete Funktionen nicht weiter unterstützt werden können.

Technische Gründe

In der Software-Entwicklung gibt es das wichtige Prinzip der „technologischen Schuld“ („Technical Debt“). Es beschreibt, dass der Wartungsaufwand von veralteten Komponenten über die Zeit überproportional anwächst und Kosten sowohl bei unseren Kunden als auch bei uns verursacht. Die Entstehung technologischer Schuld kann unterschiedliche Ursachen haben.

Zum Einen führt der rasante technologische Fortschritt dazu, dass neue Entwicklungen das Potential besitzen, vorhandene Implementierungen obsolet zu machen. Die enorm gestiegenen Daten und Bandbreiten können zudem dazu führen, dass gewisse Features nicht mehr zufriedenstellend funktionieren und durch eine moderne Technologie ersetzt werden müssen. Um keine technologischen Schulden aufzubauen, müssen bestehenden Funktionen regelmäßig hinterfragt werden und manche nicht mehr zeitgemäße Funktionen entfernt werden, d.h. jede qualitativ hochwertige Software unterliegt einem permanenten Umbau und einer Weiterentwicklung.

Zum Anderen erschweren veraltete Funktionen und Technologien die Integration neuer Funktionen oder machen sie gar unmöglich. Die Folgen sind einerseits ein deutlich höherer Entwicklungsaufwand sowie ein stark gestiegener Wartungsaufwand, da nun die korrekte Funktion mehrerer Features sichergestellt werden muss. Andererseits verhindert die Existenz veralteter Features häufig die qualitativ hochwertige Integration neuer Funktionen in DRACOON. Das Entfernen obsoleter Features hilft uns, die sonst durch technologische Schuld verloren gehende Zeit in neue Funktionen und Zukunftstechnologie zu investieren.

Häufig stellen wir bei der Analyse solcher veralteter Funktionen fest, dass sie nur sehr vereinzelt von unseren Kunden genutzt werden, da sie eben durch den Alterungsprozess schon von neueren Optionen abgelöst wurden. Diese Betrachtung bestärkt uns in unserer Entscheidung, unseren Fokus auf die Entwicklung neuer Funktionen zu legen.

Support

Die Koexistenz obsoleter und neuer Features betrifft auch unseren Support. Um unseren Kunden die bestmögliche Unterstützung zu bieten, muss jeder Support-Mitarbeiter sowohl detaillierte Kenntnis über veraltete als auch neue Funktionen haben. Zusätzlich ist dafür eine umfassende und gepflegte Dokumentation notwendig. Die darin investierte Zeit steht folglich nicht zur Verfügung, unsere Kunden in anderen Bereichen zu unterstützen.

Diese Herausforderung spiegelt sich ebenso unmittelbar im internen Help-Desk unserer Kunden wider – auch hier muss Wissen vorgehalten und eine umfassende Dokumentation sichergestellt sein. Teilweise ist ein erhöhter Schulungsaufwand nötig, um Fehlbedienungen bei der Koexistenz verschiedener Optionen zu vermeiden.

Gleichzeitig führt das Bestehen alter und neuer Funktionen zu einem erhöhten Kommunikationsaufwand. Neben unseren Support-Mitarbeitern kostet es vor allem unsere Kunden zusätzliche Zeit, Versionen und Konfigurationseinstellungen betroffener Features zu ermitteln, um ein bestehendes Problem zu lösen.

User Experience

User Experience (UX) bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Technologie und dem Menschen. UX beschreibt, wie gut sich menschliche Benutzer in einer Applikation zurechtfinden und wie angenehm das Arbeiten mit einer Applikation ist.

Der rasante technologische Fortschritt trifft auch die User Experience, beispielsweise mit neuen Bedienkonzepten und Geräteklassen wie Tablets, die für unsere Kunden erhebliche Vorteile bieten. Das Entfernen obsoleter Funktionen stellt sicher, dass DRACOON intuitiv bedienbar bleibt und verhindert Fehlbedienungen oder das unnötige Nachschlagen im Benutzerhandbuch. Dies führt zu Produktivitätssteigerungen und erhöhter Zufriedenheit der Mitarbeiter unserer Kunden.

Schlussbetrachtung

Wir hoffen, hiermit Einblick in die komplexen Entscheidungsprozesse geben zu können, die durchlaufen werden, bevor wir uns dazu entschließen, Funktionen aus DRACOON zu entfernen. Uns ist sehr bewusst, dass es in fast allen Fällen den einen oder anderen Kunden gibt, der ein Feature in den täglichen Arbeitsprozess integriert hat und darauf nicht verzichten möchte. Dennoch sind wir dazu gezwungen, diese Entscheidungen im Sinne der Gesamtheit unserer Kunden zu treffen. Damit Veränderungen unsere Kunden nicht unvorbereitet treffen, kommunizieren wir das Ende der Unterstützung für Features mit großer Vorlaufzeit und über verschiedene Kanäle. Überdies bietet unsere Support-Umgebung für jedes betroffene Feature eine Übersicht,  in der wir unseren Kunden Alternativen aufzeigen um mit der veränderten Situation umzugehen.

Letzten Endes bedeutet die Entfernung von veralteten und nicht mehr zeitgemäßen Funktionen auch einen Fokus auf das Wesentliche, auf das, was unser Produkt ausmacht, auf das, was dafür sorgt, dass unsere Kunden den maximalen Nutzen aus DRACOON ziehen können.


Florian Scheuer

Florian Scheuer verantwortet als Chief Technical Officer von DRACOON die Entwicklung des gleichnamigen Produkts.

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